Die Fakten

Der Bau einer dritten Startbahn am Flughafen München betrifft ganz Bayern. Er schadet Mensch, Natur und Klima, ohne dass es einen Bedarf an einer weiteren Startbahn gäbe und ohne dass die Region oder Bayern davon profitieren würden.

Die Flughafen München Gesellschaft (FMG) will den Airport vielmehr zu einem Drehkreuz für Umsteiger ausbauen und setzt auf ein künstliches Wachstum. Bis heute gibt es kein offizielles Finanzierungskonzept für den Bau der dritten Startbahn.  Letztlich haftet der Steuerzahler für den Luxusausbau, den niemand braucht.

Der Bund Naturschutz setzt sich bereits seit Beginn der Planungen gegen eine dritte Startbahn am Flughafen München ein. Im Sommer 2011 ging die Auseinandersetzung in eine neue Phase: Die Regierung von Oberbayern genehmigte den Bau der Startbahn mit ihrem „Planfeststellungsbeschluss“ vom 26. Juli 2011.

Mit dieser Entscheidung machte sich die Regierung von Oberbayern zum Erfüllungsgehilfen von Lufthansa und Co., da es keinen Bedarf an einer dritten Startbahn gibt und der Beschluss den Schutz von Menschen, Natur und Klima missachtet. Die über 80.000 Einwendungen von besorgten Bürgern und Verbänden ignorierte die Regierung nahezu komplett. Stattdessen übernahm sie die Argumente und Wünsche der Flughafen München Gesellschaft (FMG) und der Lufthansa völlig unkritisch und stellte sich damit in den Dienst zweier Unternehmen anstatt in den Dienst der bayerischen Bürger.

Großdemos und Klageverfahren

Am 29. Oktober 2011 demonstrierten rund 10.000 Menschen auf dem Münchner Marienplatz gegen die Startbahn. Sie machten deutlich, dass ihnen der Schutz von Klima, Natur und Menschen wichtiger ist als die Wünsche von Lufthansa und Co.

Da der Planfeststellungsbeschluss aus Sicht des Bundes Naturschutz eindeutig rechtswidrig ist, reichte der Bund Naturschutz im November 2011 beim bayerischen Verwaltungsgerichtshof Klage ein und beantragte, den Sofortvollzug des Startbahnbaus mit einem Eilverfahren zu stoppen. Mit Erfolg: Der sofort Vollzug ist verhindert. Bis in der Hauptsache entschieden ist, werden keine Bagger ins Erdinger Moos rollen, einem der wichtigsten und artenreichsten Vogelschutzgebiete Bayerns.

Startbahn ist politische Entscheidung

Ob die dritte Start- und Landebahn gebaut wird, ist letztlich aber keine rechtliche, sondern eine politische Entscheidung. Das hier verpulverte Geld würde an anderer Stelle bei dringenden und sinnvollen Projekten fehlen. Sowohl die Stadt München als auch der Freistaat Bayern als Gesellschafter der FMG können den Ausbau jederzeit politisch stoppen.

Bürgerbegehren und Massenpetition

In München startete daher Ende Oktober 2011 ein breites Bündnis mit einer Unterschriftensammlung für ein Münchner Bürgerbegehren gegen die Startbahn. Die Stadt München tritt dem mit einem eigenen Ratsbegehren für die Startbahn entgegen, so dass es am 17. Juni 2012 in München zu einer Abstimmung kommen wird. Ein „Nein“ gegen die Bahn würde das Ende der Planungen bedeuten, denn dann muss die Stadt München als Gesellschafter gegen den Bau stimmen. Ein »Ja« zum Flughafenausbau hingegen hieße nur, dass die Stadt München für die dritte Startbahn stimmen kann, aber nicht muss. Der Rest Bayerns kann sich ohnehin nach wie vor anders entscheiden.

Um nicht nur die Münchner, sondern alle Betroffenen, das heißt alle bayerischen Bürger, über die dritte Startbahn abstimmen zu lassen, haben der Bund Naturschutz und das Aktionsbündnis aufgeMUCkt eine bayernweite Massenpetition gestartet.

Helfen Sie mit: Hier Massenpetition unterschreiben

Kurz und bündig: Gefahren der dritten Startbahn und was man tun kann. Jetzt Infoblatt downloaden und weitergeben:
Infoblatt zur dritten Startbahn

Spannend und ausführlich: Interview zur dritten Startbahn mit BN-Expertin Christine Margraf in der Zeitschrift MUH:
MUH-Interview zur dritten Startbahn.pdf

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