Dritte Startbahn: Entscheidung nach Realitäten!

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16.11.2015In der CSU ist offenbar Torschlusspanik ausgebrochen. Die Argumente und Vorschläge werden immer absurder bis hin zum offenen Erpressungsversuch gegenüber der Stadt München.

„Wir sind wirklich empört, dass die Startbahnbefürworter nun in solche Tricksereien verfallen,“ ist das Fazit von Helga Stieglmeier und Hartmut Binner, den Sprechern des Aktionsbündnisses „AufgeMUCkt“. BN und AufgeMUCkt sind sich einig: „Wer so agiert, der hat ganz offenbar keine guten Argumente. Es gibt nur einen Schluss aus den Diskussionen und Dialogen der letzten Monate: Die dritte Startbahn muss endlich endgültig vom Tisch.“ 

Entscheidend ist nach wie vor, dass kein Bedarf für eine dritte Startbahn besteht: „Und da ist in den letzten Wochen nichts Neues bekannt geworden,“ bilanziert Christian Magerl, Mitglied des Landtags (MdL) und Kreisvorsitzender des BUND Naturschutz in Freising. „Wenn die FMG nun sogar die Akquirierung von Billigfliegern als Argument für eine dritte Bahn heranziehen und mit dem Verlust der Hub-Funktion drohen muss, beweist das nur die offensichtliche Argumentationsnot der Startbahnbefürworter.“ Auch der Vorschlag der „Reservebahn“ von MdL Wiesheu ist Augenwischerei: „Entweder gibt es einen Bedarf oder eben nicht.“ „Wiesheu wollte uns 2003 schon einmal für dumm verkaufen bei der Ausweisung der Vorrangfläche am Flughafen, die nichts mit der dritten Bahn zu tun gehabt haben soll,“ erklärt Binner.

„Selbst die FMG glaubt offenbar nicht mehr an ihre eigenen Prognosen, wenn sie nun plötzlich mit einer um zwölf Prozent geringeren Kapazität des Zwei-Bahnsystems argumentiert. Jetzt haben wir es nicht nur mit einem fehlerhaften Bedarfsgutachten für die dritte Startbahn zu tun, sondern auch noch mit massiven Widersprüchen bei den Aussagen zur Kapazität des Zwei-Bahnsystems. Seit Beginn der Planung 2005, im Planfeststellungsbeschluss und vor Gericht haben das Luftamt Südbayern, die Flughafen München Gesellschaft (FMG) und alle ihre Gutachter die reale Kapazität der zwei Bahnen im Jahr 2025 von 480.000 Flugbewegungen nie in Frage gestellt.  

„Auch die Argumentation mit den Arbeitsplätzen ist voll von Widersprüchen,“ ergänzt Helga Stieglmeier. Obwohl auch hier sowohl im Planfeststellungsbeschluss als auch in den Gutachten der FMG nachzulesen ist, dass auch ohne den Bau der dritten Startbahn bis 2025 weitere Arbeitsplätze neu entstehen werden, scheut sich der Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der bayerischen Wirtschaft nicht, vor einem Verlust (!) von Arbeitsplätzen zu warnen. „Da scheint in der Not offenbar jedes Argument recht, egal wie belastbar es ist.“ 

Anstatt weiterhin mit allen Mitteln die dritte Startbahn durchsetzen zu wollen, appelliert der BN an die Befürworter in der CSU, endlich die Realitäten anzuerkennen und ihre Energie in die Förderung einer nachhaltigen Mobilität in Bayern stecken. „Im Flugverkehr heißt das vor allem: die richtigen Rahmenbedingungen schaffen für eine Verlagerung von Kurzstreckenflügen auf Bahn und Bus, eine bessere Zusammenarbeit zwischen den Flughäfen und ein striktes Nachtflugverbot“, fordert Richard Mergner.

Deshalb wird das Aktionsbündnis aufgeMUCkt auch beim CSU-Parteitag am 20. November in der Messe München eine Mahnwache veranstalten: Wir erinnern die CSU-Delegierten daran, was die Mehrheit der Bevölkerung in München, in der Region und in ganz Bayern will – nämlich keine dritte Startbahn. Wer Bürgernähe propagiert, muss den Bürger auch endlich ernst nehmen. Nicht der Verzicht auf die dritte Startbahn ist eine Versündigung an der Zukunft, sondern der Bau der Startbahn wäre eine Versündigung an der Zukunft.