Steigende Klimalasten

Schon jetzt führt die globale Erwärmung zu häufigeren Naturkatastrophen und Wetterextremen. Nur wenn wir es schaffen, die Erderwärmung unter zwei Grad Celsius zu halten, können wir noch Schlimmeres abwenden. Das Zwei-Grad-Ziel rückt jedoch mit der Wachstumspolitik, die auch hinter der dritten Startbahn steht, in weite Ferne. Der Bau der dritten Startbahn am Flughafen München würde Bayerns offizielle Klimaschutzziele vollständig konterkarieren – er würde zu einem deutlichen Anstieg der Klimalast führen und wäre einer der größten bayerischen Beiträge zum Klimachaos.

Klimaschutz: das Zwei-Grad-Ziel

Die globale Durchschnittstemperatur hat sich im 20. Jahrhundert um 0,74 Grad Celsius erhöht. Experten schätzen, dass der Klimawandel ab einer Erwärmung von zwei Grad Celsius gegenüber vorindustriellem Niveau katastrophale Folgen haben wird. Schon jetzt führt die globale Erwärmung zu häufigeren Naturkatastrophen und Wetterextremen, auch in Deutschland und Bayern.

Darüber hinaus verstärkt sich der Klimawandel ab einer Erderwärmung von über zwei Grad wahrscheinlich selbst: etwa durch das Auftauen der methanhaltigen Permfrostböden oder den Kollaps der Regenwälder. Beides würde enorme Mengen derzeit noch im Wald bzw. Boden gebundener Treibhausgase freisetzen.

Das Zwei-Grad-Ziel wurde deshalb auf der UN-Klimakonferenz in Cancun international anerkannt, auch von der Bundesregierung. Um seine selbst gesteckten Klimaschutzziele zu erreichen, müsste Deutschland seinen Ausstoß von Treibhausgasen bis 2050 um 80 Prozent reduzieren, gemessen am Vergleichsjahr 1990.

Klimakiller: Flughafen und dritte Startbahn

Das Zwei-Grad-Ziel und damit die Verhinderung des Klimachaos rücken mit der Wachstumspolitik, die auch hinter der dritten Startbahn steht, in weite Ferne. Der Flughafen München ist schon ohne die dritte Startbahn der größte Klimakiller in Bayern. Er ist jedes Jahr für 7,5 bis 10 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente verantwortlich. Das ist ein Zehntel des Gesamtausstoßes in Bayern.

Nimmt man das künstlich herbeigeführten Wachstum, von dem die FMG bei ihren Bedarfsprognosen für die dritte Startbahn ausgeht, als Grundlage für die Entwicklung des Flugaufkommens in Deutschland, wäre der Flugverkehr allein schon das Aus für die deutschen Klimaschutzziele – siehe Grafik 1 des renommierten Wuppertal Instituts.

Die schwarze Fläche in Grafik 2 zeigt den Änderungsbedarf, wenn der Flugverkehr nicht weiter zunehmen würde – wenn es also kein künstliches Wachstum gäbe und man den tatsächlichen Bedarf am Flughafen München als Rechengrundlage nähme.

Rote Linie: Zeigt die zwecks Klimaschutz anvisierte Reduktion von Treibhausgasen in Deutschland.
Grüne Fläche: Zeigt die für die deutschen Klimaschutzziele notwendige Entwicklung der vom Flugverkehr verursachten Treibhausgase.
Schwarze Fläche: Zeigt, wie groß der Änderungsbedarf wäre, um die nötige Entwicklung beim Flugverkehr zu erreichen, wenn man die Bedarfsprognosen der FMG als Grundlage für die Entwicklung des deutschen Flugverkehrs nimmt.

Unvereinbar: Klimaschutz und dritte Startbahn

Der Bau der dritten Startbahn am Flughafen München würde Bayerns offizielle Klimaschutzziele vollständig konterkarieren – er wäre einer der größten bayerischen Beiträge zum Klimachaos.

Je mehr der Mensch das Klimachaos provoziert, umso mehr müssen wir uns alle auf immer häufigere und heftigere Gewitter mit Wolkenbrüchen, Hagel und Sturmböen einstellen. Die Hitzewellen nehmen zu, erhöhen das Risiko für Waldbrände und stellen eine Gesundheitsgefahr für die Bevölkerung dar. In den Alpen schmelzen die Gletscher, was zu häufigeren Felsstürzen führt.