Anflugrouten über Atomkraftwerken

Während des Planungsverfahrens haben über 80.000 Bürger Einwände gegen die dritte Startbahn erhoben. Viele der Einwände bezogen sich auf die nahe dem Flughafen gelegenen Atomkraftwerke Isar I und II bei Niederaichbach im Landkreis Landshut. Die Bauherren fühlten sich nicht zuständig und verwiesen an andere Behörden. Fakt ist, dass die Anflugrouten über die beiden AKW ein Risiko darstellen, das mit dem Bau der dritten Startbahn zunehmen würde.

Mehr Flugverkehr über den AKW Isar I und II

Durch die dritte Startbahn würde der Flugverkehr nördlich des Flughafens zunehmen, also in Richtung Landshut und Niederaichbach. Schon heute gibt es an 60 bis 70 Prozent der Tage im Jahr Landeanflüge über die AKW Isar I und II hinweg. Mit steigendem Flugaufkommen würde sich auch die die Gefahr von Kreuzungen, Ausweichmanövern und Unfällen in der Luft über den AKW erhöhen.

Standort mit hohen Risikopotenzialen

Befürworter und Gegner der dritten Startbahn bewerten das Risiko eines Absturzes über Isar I oder II unterschiedlich. Für den Bund Naturschutz ist die Gefahr bereits heute zu groß. Denn zum einen zeigen die Erfahrungen aus Tschernobyl und Fukushima, dass selbst das kleinste Risiko zu hoch ist – und der AKW-Standort Niederaichbach birgt gleich drei Gefahrenquellen: den inzwischen abgeschalteten, aber immer noch strahlenden Reaktor von Isar I, ein Atommüll-Zwischenlager und den bis 2022 aktiven Reaktor Isar II. Zum zweiten liegt das Absturzrisiko in der Nähe von Flughäfen signifikant höher.