Steuergeschenke an den Flugverkehr subventionieren Klimawandel

Der Luftverkehr wird stark subventioniert. Jährlich genießt der Flugverkehr in Deutschland Steuererleichterungen von circa 8 Milliarden Euro. Das ist schlicht ungerecht und stellt zudem eine Subventionierung des schädlichen Klimawandels dar.

Steuergeschenke an den Flugverkehr

Gemäß dem Abkommen von Chicago vom November 1944 ist Kerosin von der Steuer befreit. Würde man die in Deutschland verbrauchte Menge an Kerosin mit dem bei Benzin üblichen Steuersatz von 65,45 Cent pro Liter versteuern, ergäben sich Jahreseinnahmen von knapp 7 Milliarden Euro. Die Mehrwertsteuerbefreiung auf getanktes Kerosin führt zu einem weiteren Steuerausfall von ca. 1,3 Milliarden Euro. Zusammen macht das etwa 8 Milliarden Euro jährlich. Hinzu kommt, dass Flugtickets im grenzüberschreitenden Verkehr von der Mehrwertsteuer befreit sind. Das ist ein weiteres Steuergeschenk von etwa 500 Millionen Euro jährlich.

„Marketingzuschuss“ für Kerosin

Von Mitte der 90er Jahre bis etwa 2007 hat der Flughafen München diversen Fluggesellschaften beim Tanken unter die Armen gegriffen. Für Langstreckenflüge gab es für je 1000 Liter Kerosin 25 Euro auf die Hand. Die Zahlungen beliefen sich auf bis zu 6 Milliarden Euro im Jahr. Auch wenn die EU diese Praxis inzwischen verboten hat, gibt es immer noch Zuschüsse auf Kerosin am Münchner Flughafen.

Subventionierter Klimawandel

Auf Grund der großen Höhe, in der die Emissionen des Flugverkehrs anfallen, belasten diese das Weltklima wesentlich stärker als Autoabgase. Auch wenn der Anteil der Treibhausgase aus dem Flugverkehr nur auf circa drei Prozent geschätzt wird, trägt der Flugverkehr mit neun bis zehn Prozent zur weltweiten Klimakatastrophe bei („RFI-Faktor“: 2-3).

Der Flughafen München ist schon ohne die dritte Startbahn der größte Klimakiller in Bayern. Die von ihm abgewickelten Flüge sind jedes Jahr für 7,5 bis 10 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente verantwortlich. Das ist ein Zehntel des Gesamtausstoßes in Bayern.

Wollen wir als Bürger und Steuerzahler den Klimawandel mit Steuergeschenken an den Flugverkehr auch noch subventionieren? Der Bund Naturschutz meint: nein.