Es gibt kein Finanzierungskonzept

Bis heute gibt es kein offizielles Finanzierungskonzept für den Bau der dritten Startbahn. Obwohl ein solches Konzept obligatorischer Bestandteil eines Planfeststellungsbeschusses ist, hat die Flughafen München Gesellschaft (FMG) keinen verbindlichen Finanzierungsplan vorgelegt.

Der Grund für das Fehlen des Finanzierungskonzepts ist ebenso einfach wie beunruhigend: Die drei Gesellschafter der Flughafen München Gesellschaft (FMG) – Bund, Freistaat Bayern und Stadt München – haben Ende 2012 beschlossen, ihre Gesellschafterdarlehen an den Flughafen in Höhe von 492 Millionen Euro zurückzufordern. Auch auf dem freien Markt sieht es angesichts eines Schuldenstandes der FMG von 2,930 Milliarden Euro im Jahr 2011 für die Bonität der FMG eher schlecht aus. Hier würde dieses Projekt deshalb heute niemand zu Bedingungen finanzieren, die den Gesellschaftern zugemutet werden könnten. Auch der Flughafen selbst kann die zusätzliche Startbahn nicht finanzieren, da die Schulden dafür zu hoch und der Cashflow zu gering sind.

Die Finanzierung ist also völlig offen. Fest steht nur, dass die FMG dem Bund, dem Freistaat und der Stadt München gehört, deren Geld vom Steuerzahler stammt. Wenn die dritte Startbahn gebaut wird und die FMG Geld braucht, bleibt daher nur der Steuerzahler als Geldgeber übrig.Und schon einmal mussten die bayerischen Bürger die Zeche für den Flughafen bezahlen.

Kostenexplosion am Flughafen

Zu Beginn der Planungen des Flughafens im Erdinger Moos während der1960er Jahren war von 800 Millionen Mark die Rede, die der Bau kosten sollte. Im Jahr 1969 war in einem Kabinettsbeschluss bereits von 1,6 Milliarden Mark die Rede. 1986, ein Jahr nach Baubeginn, war die Schätzung bei 4,6 Milliarden Mark angelangt, bei der Inbetriebnahme 1992 waren es dann 8,55 Milliarden Mark.

Dass es beim Ausbau des Flughafens durch eine dritte Startbahn diesmal mit rechten Dingen zugehen soll, könnte nur ein Finanzkonzept darlegen. Das liegt bis heute aber nicht offiziell vor, es gibt lediglich eine Schätzung von 1,25 Milliarden Euro Wie viel die dritte Startbahn am Ende kosten wird, ist daher völlig offen, ohne dass geklärt wäre, wer dafür aufkommt. Bereits jetzt sind 175 Millionen Euro in das Projekt geflossen, was die Öffentlichkeit erst auf eine Nachfrage im bayerischen Landtag erfuhr.

Finanzierung: ungeklärt. Es bleibt: der Steuerzahler.

Die Flughafen München Gesellschaft (FMG) gehört vollständig der öffentlichen Hand, das heißt:dem Bund, dem Freistaat Bayern und der Stadt München.

Nach dem eindeutigen Bürgerentscheid in München im Juni 2012 gegen die dritte Startbahn haben Ende 2012 alle drei Gesellschafter beschlossen, ihre Gesellschafterdarlehen an den Flughafen in Höhe von 492 Millionen Euro zurückzufordern, um damit den (ebenfalls umstrittenen) Bau der zweiten S-Bahn-Stammstrecke in München finanzieren zu können. Damit rückt die Finanzierung der Bahn in noch weitere Ferne.

Auch auf dem freien Markt sieht es angesichts eines Schuldenstandes der FMG 2,930 Milliarden Euro im Jahr 2011  für die Bonität der FMG eher schlecht aus. Hier würde dieses Projekt deshalb heute niemand zu Bedingungen finanzieren, die den Gesellschaftern zugemutet werden könnten. Auch der Flughafen selbst kann die zusätzliche Startbahn nicht finanzieren, da die Schulden dafür zu hoch und der Cashflow zu gering sind.

Die Finanzierung ist also völlig offen. Fest steht nur, dass die FMG dem Bund, dem Freistaat und der Stadt München gehört, deren Geld vom Steuerzahler stammt. Wenn die dritte Startbahn gebaut wird und die FMG Geld braucht, bleibt daher nur der Steuerzahler als Geldgeber übrig – dem die FMG ohnehin schon 492 Millionen Euro schuldet.