Es gibt keinen Bedarf an einer dritten Startbahn

Die Anzahl der Flüge sinkt, die Kapazitäten der beiden vorhandenen Start- und Landebahnen sind noch lange nicht ausgeschöpft, die aktuellen Flugpläne zeigen keine Trendänderung: Es gibt keinen Bedarf und damit auch keinen Grund, die dritte Startbahn zu bauen.

Der Bedarf an einer dritten Startbahn bemisst sich nach der Anzahl der Flugzeuge, die am Flughafen landen oder starten – nicht nach der Anzahl der Fluggäste. Obwohl die Fluggastzahlen steigen, stagnierte die Anzahl der Flüge am Flughafen München im Jahr 2008 und ging von 2009 bis 2010 zurück. 2011 lag sie sogar unter dem Niveau des Jahres 2006. Aufschluss über die Flugbewegungen gibt der Flugplan.

Ein Flugplan bildet ab, welcher Bedarf an Starts und Landungen vorhanden ist. Die Auswertung der Flugpläne des Münchner Airports aus den vergangenen Jahren zeigt: In der Wintersaison geht der Trend seit Jahren abwärts, in der Sommersaison stagniert die Zahl der Flüge – siehe Grafiken.

Das bisherige Maximum von 432.000 Flugbewegungen im Jahr 2008 wurde seither nicht mehr erreicht. In den Jahren 2009 und 2010 sank die Zahl um fast zehn Prozent auf 390.000. Auch 2011 brachte trotz allgemeiner konjunktureller Erholung im ersten Halbjahr keine Trendwende: Mit 409.956 Flugbewegungen wurde noch nicht einmal das Niveau des Jahres 2006 erreicht. 2012 ist das Flugaufkommen am Münchner Flughafen im Vergleich zu 2011 im Jahresdurchschnitt bisher um 2,9 Prozent geschrumpft. Prognostiziert waren für das Jahr 2012 430.700 Flüge. Real wurden im Jahr 2012: 398.039 Flüge erfasst.

Selbst der parteiische Gutachter der Flughafen München Gesellschaft (FMG) gibt zu, dass mit dem Zwei-Bahn-System in München deutlich mehr als 480.000 Bewegungen problemlos abgewickelt werden können. Der bisherige Spitzenwert in München lag im Jahr 2008 bei 430.000, seither pendeln die Starts und Landungen um 400.000. Der Spielraum nach oben ist groß und könnte durch einen optimierten Betrieb sogar noch weiter gesteigert werden. Eine dritte Startbahn ist überflüssig.

Die Flughafen München Gesellschaft (FMG) errechnet ihren Bedarf an einer dritten Startbahn anhand von internationalen Gästen, die in München lediglich das Flugzeug wechseln: 1995 waren 15 Prozent der Passagiere Umsteiger, 2010 waren es 37 Prozent. In Zukunft soll der Umsteiger-Anteil nach dem Willen der FMG auf 47 Prozent steigen.

Doch hier muss grundsätzlich hinterfragt werden: Welchen Nutzen hat Bayern vom Umsteigeverkehr und welchen Schaden? – Bayerische Fluggäste haben nichts von einer dritten Startbahn, der Urlaubsflug oder die Geschäftsreise sind auch mit zwei Bahnen gesichert. Dafür zahlt Bayern durch den entstehenden gewaltigen Klimaschaden, zerstörte Natur, verringerte Lebensqualität in der Region und finanzielle Risiken für die Steuerzahler kräftig drauf. Ist das die richtige Wachstumspolitik? Wir meinen: nein.